“Gefahrengebiet” wird zum Social Media-Hotspot!

Das Hamburger Gefahrengebiet (c) Malte Christians/dpa

Hamburg im Ausnahmezustand. Aufgrund der Übergriffe auf Polizisten in jüngster Vergangenheit wurde der Bereich um die Sternschanze als “Gefahrengebiet” eingestuft. Diejenigen, die nicht wissen, was das genau bedeutet, finden die ausführlichen Erklärungen hierzu im “Gesetz über die Datenverarbeitung der Polizei“. Kurz gesagt heißt das für Bewohner und Besucher der Sternschanze, dass Sie und Ihre “mitgeführten Sachen” von der Polizei kontrolliert werden können, die Polizei nach eigenem Ermessen Platzverweise ausstellen darf und vermeintliche Ruhestörer in Gewahrsam nehmen kann.

Dieses kleine Areal mausert sich zum Foursquare-Hotspot
Dieses kleine Areal mausert sich zum Foursquare-Hotspot

Ungeachtet dessen oder gerade aus diesem Grund mausert sich “Gefahrengebiet” zu einem nicht nur in Hamburg geflügelten Wort und verbreitet sich im Netz mit nicht aufzuhaltender (und das ist gut so!) Geschwindigkeit. Unter dem Hashtag #Gefahrengebiet finden sich mittlerweile täglich hunderte von Artikeln und Kommentaren in sozialen Netzwerken, sowie in diversen Blogs und Foren wieder, die das Thema von allen möglichen Seiten beleuchten. Das “Gefahrengebiet” ist bei Foursquare mittlerweile zu einem der angesagtesten Hotspots in der Stadt geworden und auch auf Facebook sind zahlreiche Pages unter dem Stichwort Gefahrengebiet zu finden. Durch das Zusammenspiel der einzelnen Netzwerke, durch die rasante Geschwindigkeit mit der Content von einer Plattform zur nächsten geteilt wird, hat sich auch hier eine Online Bewegung entwickelt, die sich solidarisch mit den Bewohnern und Besuchern der “Schanze” zeigt, ähnlich der Geschehnisse auf dem Taksim Platz in Istanbul im letzten Jahr.

Gefahrengebiet auf Facebook
Gefahrengebiet auf Facebook

Was bei Onlinern schon längst bekannt ist, wird nun auch immer mehr der breiten Bevölkerung deutlich: Die sozialen Netzwerke dienen neben dem immanent enthaltenen Unterhaltungsaspekt vor allem der Informationsverbreitung und können oftmals als “Stimmungsbarometer” für politische und gesellschaftliche Themen genutzt werden. Die Zeiten in denen Facebook, Twitter, YouTube und Co. der bloße Stempel der Unterhaltung oder Spielerei (auch von Unternehmen) zugerechnet wurde, ist vorbei. Soziale Medien haben sich einen Platz im Informationswettbewerb gesichert und werden vermehrt von Journalisten und Presse aufgenommen, um Informationen zu erhalten, weiter zu verarbeiten oder zukünftige Trends aufzuspüren. TV- und Radioanstalten beziehen sich immer mehr auf im Netz veröffentlichten Content und sorgen so ihrerseits für eine crossmediale Streuung dieser Social Media Inhalte.

Gefahrengebiet ein Social Media Hotspot
Gefahrengebiet ein Social Media Hotspot

Das “Gefahrengebiet” steht dabei als Synonym einer in Zukunft verstärkten Tendenz: Gesellschaftliche und /oder politische Schlachten werden zu einem großen Teil Online geschlagen. Ohne die selbst-erstellten / (erlebten) Inhalte von Usern auf Facebook, Twitter und Co. und die damit verbundene Streuung würden solche Themen in unserer reiz- und informationsüberfluteten Gesellschaft nicht lange Bestand haben. Durch die Kraft der Social Media indes werden diese Inhalte auf eine andere, nachhaltigere Ebene gehoben und sorgen so für eine andauernde öffentliche Diskussion weit über die Grenzen Hamburgs hinaus.

Und das ist auch gut so…

 

Titelbild: Das Hamburger Gefahrengebiet (c) Malte Christians/dpa

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